Hitradio-Breitungen Dein Sender vom Dorf
today20. Juli 2026
Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen besteht der Verdacht auf einen Tuberkulosefall bei einem in Zillbach erlegten Wildschwein. Der Jagdpächter hatte beim Aufbrechen des Tieres auffällige Veränderungen an der Lunge festgestellt und den Kadaver daraufhin der Veterinärbehörde übergeben. Laboruntersuchungen ergaben den Nachweis genetischer Sequenzen des Mycobacterium tuberculosis-Komplexes. Eine abschließende Bestätigung erfolgt derzeit durch das Nationale Referenzlabor.
Nach Angaben des Landratsamtes deutet der Fund darauf hin, dass der Erreger möglicherweise bereits in Teilen der regionalen Schwarzwildpopulation vorkommt. Bereits seit April 2026 läuft im Landkreis ein Monitoringprogramm für Wildtiere. Anlass dafür waren Tuberkuloseausbrüche in Rinderhaltungen des benachbarten Wartburgkreises sowie entsprechende Nachweise bei Wildtieren in der Region.
Die Veterinärbehörde empfiehlt Jägerinnen und Jägern, insbesondere im Bereich Zillbach, auffällige Wildtiere konsequent untersuchen zu lassen und beim Aufbrechen von Wild strenge Hygienemaßnahmen einzuhalten. Dazu gehören das Tragen von Einmalhandschuhen, die gründliche Reinigung und Desinfektion von Ausrüstung sowie das Waschen von Kleidung bei mindestens 60 Grad Celsius. Hintergrund ist, dass Tuberkulose grundsätzlich auch auf den Menschen übertragbar sein kann, wenn ein enger Kontakt zu infizierten Tieren besteht.
Auch Tierhalter werden zur Vorsicht aufgerufen. Um das Risiko einer Übertragung auf Nutztiere zu minimieren, empfiehlt die Behörde, direkten Kontakt zwischen Schwarzwild und Weidetieren möglichst zu verhindern. Dazu zählen unter anderem stabile Zäune, eine geeignete Weidewahl sowie eine sorgfältige Beobachtung der Tierbestände. Bei Krankheitsanzeichen wie Atemwegsproblemen oder allgemeiner Schwäche sollte umgehend der Hoftierarzt informiert werden.
Für die Bevölkerung besteht nach Einschätzung der Veterinärbehörde kein erhöhtes Risiko bei gewöhnlichen Aufenthalten im Wald. Verbraucherinnen und Verbraucher können Wildfleisch weiterhin bedenkenlos verzehren, sofern ausschließlich kontrolliertes Wildbret verwendet und dieses – wie grundsätzlich empfohlen – vollständig durchgegart wird.
Quelle: Landratsamt Schmalkalden-Meiningen, Pressemitteilung vom 17. Juli 2026: „Tuberkulose-Verdacht bei Schwarzwild in Zillbach: Veterinärbehörde bittet Jäger und Tierhalter um erhöhte Aufmerksamkeit.“
Geschrieben von: Elias
Copyright bei Hitradio-Breitungen 2026