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Schmalkalden. Die Stadt Schmalkalden verzichtet für zehn Jahre auf die forstwirtschaftliche Nutzung eines knapp zwei Hektar großen Waldstücks an der Waldhausstraße – zugunsten des Arten- und Lebensraumschutzes. Maßgeblich angestoßen wurde das Projekt von Isabeau Roseneck, Forstanwärterin beim Thüringenforst, die das Areal im Rahmen einer Projektarbeit für ihre Ausbildung untersucht und kartiert hat.
Im Fokus steht der Feuersalamander. Der Pfaffenbach durchzieht das schattige Buchenwaldgebiet, dessen kühle, feuchte Bedingungen dem gefährdeten Amphibium ideale Lebensräume bieten. „In den Rückhaltebecken bringen die Tiere ihre Larven zur Welt. Im März habe ich über hundert davon gezählt“, berichtet Roseneck. Aufgrund häufiger Sichtungen hatte die Untere Naturschutzbehörde das Forstamt um Schutzmaßnahmen gebeten.
„Wir lassen die Natur hier Natur sein“, bringt es Roseneck auf den Punkt. Künftig wird in dem 1,89 Hektar großen Abschnitt weder Holz eingeschlagen noch forstlich eingegriffen – mit Ausnahme der Verkehrssicherung entlang der Waldhausstraße und im Barfußpark. „Sollte ein Baum zur Gefahr werden, wird er selbstverständlich entfernt“, ergänzt Yvonne Heimrich von der Stadtverwaltung, zuständig für Forsten und Liegenschaften.
Doch nicht nur Feuersalamander profitieren vom Schutzkonzept. Auch Waldkauz, Eisvogel, Schwarz- und Mittelspecht sowie die seltene Hohltaube leben in den alten Buchen mit teils natürlichen Baumhöhlen. Fast die Hälfte der Bäume im Gebiet bietet potenziellen Lebensraum für diese Arten.
Vorsicht beim Waldbesuch – Feuersalamander sind gefährdet
Die Tiere wirken mit ihrer schwarz-gelben Färbung auffällig, doch wer sie entdeckt, sollte Abstand halten. Ihr Hautsekret kann beim Menschen Hautreizungen auslösen. Außerdem warnt Roseneck eindringlich vor dem Kontakt mit dem Waldboden – durch kontaminierte Schuhsohlen kann sich der Pilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) verbreiten. Dieser Erreger gilt als hochgefährlich für Amphibien. In Belgien ist der Feuersalamander bereits ausgestorben, in den Niederlanden brach der Bestand um bis zu 96 Prozent ein. Roseneck rät: „Wanderer sollten ihre Schuhe regelmäßig reinigen oder desinfizieren – und unbedingt auf den Wegen bleiben.“
„Ich arbeite da, wo andere Urlaub machen“
Isabeau Roseneck stammt aus Bad Liebenstein und befindet sich derzeit im Anwärterjahr für den gehobenen Forstdienst. Neben Praxis im Revier gehören auch mehrere Projektarbeiten zur Ausbildung. Ihr Ziel: Nach dem Abschluss im Oktober möchte sie im Bereich Waldpädagogik arbeiten. „Ich möchte Kindern zeigen, wie spannend der Wald ist – am besten direkt im grünen Klassenzimmer“, sagt die 29-Jährige. Auch die Organisation von Waldjugendspielen könne sie sich gut vorstellen.
Der Alltag im Revier – meist allein im Wald, umgeben von Vogelstimmen und Laubrascheln – ist für sie alles andere als einsam. „Ich habe viele nette Spaziergänger kennengelernt.
Bericht von https://www.insuedthueringen.de/inhalt.schmalkalden-stadt-gibt-waldstueck-fuer-artenschutz-frei.e0760b34-71fa-47ca-add2-d63c130341e2.html
Geschrieben von: Elias
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